Bunter Abend im Sommer

Vor wenigen Tagen standen gegen 19 Uhr die Türen und Fenster der neuen Aula am BSBZ sperrangelweit geöffnet. Man könnte auch sagen einladend weit offen. Zu Musik und Theater der Klassen 5-12. Die erhoffte Kühle ließ sich an diesem Abend weniger finden, stattdessen aber reichlich Herzlichkeit, Humor und harmonische Klänge. Eröffnet wurde der Abend von der Ukulele AG im Ensemble mit den Schülerinnen und Schülern des 4-stündigen Musikkurses und einem Chor einzelner Schüler der 10. und 11. Klasse (J1). „Rock my Soul“ holte die Zuschauer im Alltag ab und geleitete sie in den Zustand unbeschwerter Vergnüglichkeit. Dann wurde es ernst. Das Team der Schülerzeitung (Theater AG) ließ das Publikum an einer ihrer Redaktionssitzungen teilhaben. Die Zeitung war angesichts gesunkener Absatzzahlen schwer in Bedrängnis geraten. Eine Sitzung, wie sie im Buche steht. Eine, in der sich jeder konzentriert einbringt. Eine in der alle Vorschläge freudigen Anklang finden und zusammen am selben Strang gezogen wird. Doch im wahren Leben ist alles ganz anders. Man eifert zwar einem Ideal hinterher, scheitert aber an... ja, an was den eigentlich? Das Make-Up-Team an der eigenen Motivation, das Sportteam an der Vorbereitung, Abteilung Mode findet keine Worte, der Witze-Redaktion geht der Witz verloren (Was ist flüssiger als Wasser? - Hausaufgaben, die sind überflüssig), die Chefin überlässt sich ihrer Frustration, das Team für musische Trends scheitert am fachlicher Now how und beschließt einfach über die Zubereitung von Kartoffelsalat zu schreiben (eine besondere Note lässt sich mit Beethovens V. verleihen). Die Jungs der Rubrik ‚News’ haben die Qual der Wahl. Mühe gibt sich vor allem die Promi-Redaktion, diesmal nicht nur Wikipedia zu kopieren, scheitert aber an der Organisation. Am Ende stellte sich heraus, wie wichtig es ist, auch mal eigene Wege zu gehen, die Geschichten wahrzunehmen, die direkt vor der eigenen Nase liegen und ausgehend vom eigenen Erfahrungshorizont über genau denselben erfolgreich hinauszuwachsen. War das nun Spiel oder Wirklichkeit? - Definitiv beides! „Ein kleines Stückchen Frieden“ rundete die Veranstaltung aus musische Weise ab und entließ uns heiter in die laue Sommernacht. Vielen Dank allen beteiligten Schülerinnen und Schülern. Den Ukulele-Spielern, die mutig ihr Können demonstriert haben, den 4-Stündern, die sich die Zeit genommen haben, den 10ern und 11ern, die erstaunlich gut singen können und einen besonderen Dank an die Schülerinnen und Schüler der Theater AG, die dieses Stück selbst geschrieben haben und damit so ganz und gar nicht gescheitert sind. Und natürlich auch herzlichen Dank den begleitenden Lehren Frau Goergens, Frau Rambaum und Herr Kennel, die diesen Abend ermöglicht haben.
Text: Johanna Schmid Fotos: Günter Brutscher

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