„Schule bewegt“ - Bewegte Schule an der Realschule des Bischof – Sproll – Bildungszentrums

Der Marchtaler Plan hebt das Arbeiten mit dem Körper sowie mit Kopf, Herz und Hand im Sinne des ganzheitlichen Ansatzes hervor. Hierbei steht immer das Kind in der Mitte aller pädagogischen Überlegungen. Bereits im Schuljahr 2018/2019 haben die Lehrkräfte der Realschule es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Schülerinnen und Schüler mehr und nachhaltiger zu bewegen. Dieser Beschluss ist zwei Faktoren geschuldet: Zum einen muss die Schule auf die sich in den letzten Jahren rasant veränderten Lebensbedingungen der Schüler in Form von hohem Bildschirmmedienkonsum sowie die fortschreitenden Technisierung und Motorisierung im Alltag reagieren; zum anderen ist die Institution Schule, wie wir sie im klassischen Sinne kennen, oft eine reine „Sitzschule“, in der ein Großteil des Tages in einer mehr oder weniger korrekten, sprich gesundheitsfördernden, Sitzhaltung verbracht wird. Im Rahmen eines selbstgewählten Leitlinienprojekts wurde zunächst der Ist–Zustand der Bewegungsangebote erhoben, um im darauffolgenden Schritt Bestehendes hervorzuheben, Neues zu erproben. Fünf Bausteine für Bewegungsangebote und Integration von Bewegung in den Schulalltag hat ein Projektteam herausgearbeitet. Diese unterteilen sich in Schul- und Bewegungsräume, Bewegungspausen im Unterricht, Bewegungschancen in den Pausen, Sport- und Bewegungsunterricht sowie außerunterrichtliche Bewegungsangebote. Um im Unterricht mehr Bewegungsanlässe schaffen zu können, steht den Lehrkräften ein großer Pool an Bewegungsspielen zur Verfügung. Benötigte Materialien hierfür wurden angeschafft. Darüber hinaus wurden viele der nun zum Einsatz kommenden Materialien in Zusammenarbeit mit dem Tagesheim hergestellt. Für die Pausen werden im Laufe des Schuljahres Bewegungskisten bestückt, die mit verschiedenen Materialangeboten die Schüler motivieren sollen, die Pause nicht sitzend zu verbringen. Außerdem wurden bereits in den letzten Schuljahren verschiedene Großspielgeräte für den Außenbereich, die auch für ältere Schüler geeignet sind, mit finanzieller Unterstützung des katholischen Schulwerks angeschafft . Klassenzimmer und Flure müssen als Bewegungsräume verstanden werden, will man dem Anspruch eine „bewegten Schule“ gerecht werden. So wurden für Gruppenarbeiten vier höhenverstellbare Tische in den Flurbereichen im ersten Stock der Realschule angeschafft, sodass die Schüler auch stehend arbeiten können. Darüber hinaus gibt es in den Klassenzimmern der Fünft- und Sechstklässler so genannte Wackelhocker, auf die sich die Schüler setzen dürfen, die sich, zum Beispiel in einer sitzenden Unterrichtsphase, nicht mehr konzentrieren können. Ebenfalls werden in den sechsten Klassen Stehtische erprobt. In einer sogenannten „bewegten Stunde“ erhalten beide fünften Klassen die Möglichkeit in einer zusätzlichen Stunde, sich zumeist draußen auf dem Schulhof und den angrenzenden Wiesen und Wäldern zu bewegen. Ziel ist hierbei neben der natürlichen Bewegung die Stärkung der Klassengemeinschaft und Förderung des Klassenzusammenhalts. Elemente der Erlebnispädagogik sowie das Programm „Lions quest - Erwachsen werden“ sind hier verankert. So wurden alle Lehrkräfte an einem Fortbildungstag zu Elementen der Erlebnispädagogik geschult. Rund die Hälfte des Kollegiums der Realschule hat bereits die Fortbildung zum Programm „Lions quest – Erwachsen werden“ absolviert. Ziel ist es, dass alle Klassenlehrer in diesem Bereich geschult sind. Im Oktober diesen Jahres fand der erste Fußball-Realschul-Cup statt, bei welchem die Schüler in geschlechtsheterogenen Teams um den ersten Preis, einen Filmnachmittag mit ihrer Klasse, gegeneinander antraten. Über 100 Schüler nahmen dieses zusätzliche Angebot wahr. Die Realschule des Bischof-Sproll-Bildungszentrums hat sich auf den Weg gemacht, einen Weg hin zu einer Schule, die Bewegung in ihrer Natürlichkeit akzeptiert, fördert und auch einfordert,“
TEXT: SILKE BARTHOLD, FOTOS: JOHANNES LESSMEISTER

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