Mit „Dazwischen“ zur Preisträgerin des Landeswettbewerbs Deutsche Sprache und Literatur

„Aus Versehen“, so Hannah Held, habe sie ihre Kurzgeschichte oder ist es vielleicht gar eine Novelle ganz knapp am letzten Abend vor Einsendeschluss eingereicht. „Dazwischen“ so lautete das Thema der Situation, die Hannah Held beschrieben hat und damit zu einer der 20 Preisträgerinnen beim 29. Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur Bad Württemberg, ausgeschrieben vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport gekürt wurde. In der Geschichte von Hannah Held geht es darum, wie ein junges Mädchen, die eigentlich mit einem Jungen befreundet ist, doch auch Gefühle für ein anderes Mädchen entwickelt. Nach einigen Irrungen und Wirrungen, die das Mädchen mit ihrer Vertrauensperson Paul, mit dem sie schon lange befreundet ist, der aber nicht ihr Freund ist, austauscht, bleibt die Geschichte letztlich offen. Und zu alledem „summt die Klimaanlage leise“, wie Hannah immer wieder einstreut. Hannah Held kleidet ihre Geschichte in eine Klassenfahrt mit dem Bus. Da geht es um Vertrauen, um Geheimnisse, um Gedanken, die man nicht jedem mitteilen kann. Letztlich erzählt Hannah eine sehr komplexe Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Komplexe Sachverhalte, so berichtet sie im Gespräch, interessierten sie schon immer. So machte sie sich auch in ihrer Arbeit im Rahmen des philosophisch-theologischen Forum an das Thema der „Inobhutnahme von Jugendlichen“, was sie aus ganz unterschiedlichen Blickrichtungen, juristisch, entwicklungspsychologisch, sehr persönlich und ethisch bearbeitete. Als Kind in der Grundschule, so Hannah, hat sie schon mal kurze Geschichten geschrieben, aber schon eher Schulaufsätze. Später kamen dann Gedichte hinzu. Zudem kann sie sich an eine Weihnachtsgeschichte erinnern. Selber liest sie gerne Bücher von Hermann Hesse oder so Romane wie „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink. Allerdings zeigt Hannah, die auch im Biberacher Jugendparlament dabei ist, Interessen, die auch weit über die Sprache und Literatur hinausgehen. So findet es sie geradezu faszinierend, Gesetzmäßigkeiten in den Wissenschaften nachzuvollziehen oder gar selbst zu ergründen. Klar, dass sie in diesem Zusammenhang auch Stephen Hawking erwähnt. In der Schützenwoche ist sie nun auf dem Seminar der Landespreisträgerinnen und Landespreisträger im Kloster Ochsenhausen, wo abschließend am Freitag dann auch die feierliche Preisverleihung stattfindet. Zudem wird ihr die Möglichkeit eröffnet, an einem „Qualifikationsverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes“ teilzunehmen. Über den erneuten Preis, im letzten Jahr war mit Lisa Wedler eine Abiturientin des Jahrgangs 2019 ebenfalls erfolgreich, freut sich die Schulgemeinschaft mit Hannah Held und ganz besonders auch ihre Familie und ihre Lehrerin Beate Shaw, die, so Hannah stets sehr motivierend und interessiert das literarische Schaffen ihrer Schülerinnen und Schüler begleitet.
Text und Foto: Günter Brutscher

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