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Von Birgit van Laak, SZ-Bericht 30.07.2026 - Lokales

Kofferpacken für ein Jahr Texas: Thomas Mast aus Schemmerhofen wurde für das renommierte Austauschprogramm des Bundestags ausgewählt. Er geht für ein Schuljahr in die USA.

SCHEMMERHOFEN - „Im ersten Moment konnte ich es kaum glauben", erzählt der 16-jährige Thomas Mast über die Zusage für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP). Das Programm richtet sich an Jugendliche von 15 bis 17 Jahren. Mit einem Vollstipendium des Bundestags und des US-Kongresses dürfen sie als Junior­-Botschafter" für ein Schuljahr in die USA. Sie wohnen bei Gasteltern und besuchen die örtliche Highschool. In Seminaren in Deutschland und den USA lernen sie mehr über die deutsche und die US-­amerikanische Geschichte und Politik.

Ein Bundestagsabgeordneter wird ihnen in der Zeit als Pate zur Seite gestellt. Bei Thomas Mast ist das der CDU ­Abgeordnete Wolfgang Dahler.

Der 16-Jährige hat gerade am Bischof-Sproll-Bildungszentrum die Mittlere Reife erworben. Sein nächstes Ziel: das Abitur - ebenfalls am BSBZ. Zwischen 10. Klasse und gymnasialer Kursstufe wird er nun ein Jahr ins Ausland gehen. Seine Mutter machte ihn auf das PPP aufmerksam. Ein Jugendcamp in den Ferien habe ihn interessiert, erzählt er. „Aber gleich ein ganzes Jahr ins Ausland? Anfangs war ich mir nicht sicher, aber dann dachte ich: saucool."

Er habe sich keine Chancen ausgerechnet, erzählt der Schüler über das Stipendienprogramm. „Ich dachte, ich bewerbe mich jetzt halt und schaue mir das Verfahren an. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr."

Fast 600 Bewerbungen gingen beim Bonner Verein Experiment ein, der als eine von fünf Austauschorganisationen das Auswahlverfahren und später die 47 Stipendiaten betreut. Die Plätze werden in einem mehrstufigen Verfahren vergeben. Aus den schriftlichen Bewerbungen werden die besten herausgefiltert und zu einem der Auswahlgespräche in ihrem Bun­destagswahlkreis eingeladen. Diskussionsrunden, Gruppenarbeiten, ein Wissenstest und ein Einzelgespräch, in dem auch nach den Englischkenntnissen geschaut wurde, schildert Mast die Anforderungen. Allgemeinwissen sei abgefragt worden, darunter auch Kenntnisse in Politik und Geschichte. „Es wird erwartet, dass man weiß, was politisch gerade los ist", sagt er. Schließlich solle man als Junior-Botschafter Fragen beantworten können.

Ehemalige Stipendiaten beobachteten die Bewerber und berichteten von ihren eigenen Erfahrungen. Zu hören, wie es bei den Ehemaligen an der Schule lief, wie sie mit Highschoolgruppen unterwegs waren und was sie mit ihren Gastfamilien unternahmen, habe ihn richtig angespornt, sagt der 16- Jährige.

Mast schaffte es auf die Vorschlagsliste, aus der der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Dahler den Stipendiaten 2026/27 auswählte.

Als der Anruf von Experimente kam, sei er über seinen Erfolg überrascht gewesen, berichtet Thomas Mast.

Er wird in einer Vorstadt von Dallas wohnen, seine Gasteltern sind ein älteres Ehepaar. Mit der Gastmutter führte er bereits ein Videotelefonat. Sie meldete ihn an der Highschool an. Und sie stellte den Kontakt zum Musiklehrer her, damit der 16- Jährige, der beim Musikverein Schemmerhofen Saxophon spielt, in die Marching Band aufgenommen wird. „Die Musiker proben mehrmals pro Woche bis zu acht Stunden, auch in den Ferien", weiß Thomas. Das reizt ihn. „Darauf freue ich mich besonders."

Mit Spannung und Vorfreude wartet er auf seinen künftigen Alltag an der Highschool. Neue Freunde zu finden, werde vermutlich nicht so einfach, schätzt er. „Aber die Ehemaligen sagen, wenn man an den Nachmittagsaktivitäten teilnimmt, geht es schnell.” Erste Pläne für die Freizeit hat er auch schon. Ich möchte auf jeden Fall ein Footballspiel sehen."

Am 10. August wird er in den Flieger steigen. Die großen Erwartungen, die er mitnimmt: „Länger in einer anderen Kultur zu leben und einen anderen Lifestyle zu sehen." Wenn man zehn Monate losgelöst von seinem Unterstützungsnetz in der Heimat lebe, werde die Selbstständigkeit reifen, fügt er hinzu. Und ganz ohne Supportnetz sei er ja auch nicht, es gebe die Gasteltern.

Steigt die Nervosität? Auf die Frage reagiert er cool: „Insgesamt werde ich es einfach alles auf sich zukommen lassen und schauen, was passiert.“


Text & Foto: Birgit van Laak, SZ, Bericht 30.07.2026 - Lokales

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Mehr Infos zum Parlamentarischen Patenschaftsprogramm

weitere Informationen zum PPP finden Interessierte auf der Homepage des Vereins Experiment unter www.experiment-ev.de/ppp. Die Bewerbungsfrist für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm 2027/28 läuft. Bis 11. September müssen sich Bewerber registrieren.

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