Nachrichten und Berichte , 17.03.2017

Eskimo-Olympiade im Bärenland

In zwei Vorträgen vor über 400 Schülern aller Schularten des Bischof-Sproll-Bildungszentrums begeisterte der Alaska-Auswanderer Axel Burgheim seine interessierte Zuhörerschaft. Vor 30 Jahren zog es den gebürtigen Hamburger nach Nordamerika. Zuerst lebte er in Kanada, später dann in Alaska, wo er auch heute noch viele Monate verbringt. Burgheim erläuterte anhand einer topographischen Karte die harten Fakten zu diesem ungewöhnlichen amerikanischen Bundesstaat. 800 000 Menschen leben auf einem Gebiet, das fünfmal so groß ist wie die Bundesrepublik. Unermessliche Reichtümer an Bodenschätzen machen es für viele Firmen interessant, die die industrielle Erschließung und Nutzung vorantreiben. Viele Probleme wie Gewalt und Alkoholmissbrauch erschweren das Zusammenleben in dieser klimatisch extremen Weltgegend, vor allem im Winter. Was den Referenten bei allen Schwierigkeiten aber immer wieder in die Wälder und an die Flüsse und Seen zurückzieht, ist die einzigartige Natur und ihre Bewohner. „Alaska ist Bärenland und die Bären sind die Bosse“. Vor den mucksmäuschenstillen Zuhörern erzählte der charismatische Referent seine Begegnungen mit den verschiedensten Bärenarten. Zahlreiche Fotos, aus nächster Nähe fotografiert, dokumentieren die zottigen Gesellen in den unterschiedlichsten Situationen. Nebenher entzauberte Burgheim noch die Legende von Bigfoot und erklärte wie der Teddy-Bär zu seinem Namen kam. Sein Appell im Einklang und in Achtung der Natur zu leben, stieß bei den Mittelstufenschülern auf offene Ohren. Wie faszinierend die weitere Tierwelt ist, bewiesen zahlreiche weitere Fotos. Am Ende seines Vortrags schilderte der Referent Spannendes über die Lebensweise der vor 18 000 Jahren über die Beringstraße eingewanderten Ureinwohner Alaskas. Burgheim weiß, wovon er spricht, da seine Frau Vamori zur indigenen Gruppe der Yupik gehört. Einen Riesenspaß hatte der Saal, als einige Schüler und Schülerinnen mit dem Referenten spezielle Disziplinen der sogenannten Eskimo- Olympiade auf der Bühne ausprobierten. Ein toller Schlusspunkt unter einen informativen eineinhalbstündigen Vortrag. Bemerkenswert, wie es dem Redner gelang, die Aufmerksamkeit über diese recht lange Zeitspanne aufrecht zu halten. Geschuldet ist dies mit Sicherheit der Ausstrahlung des bärtigen Abenteurers, der glaubhaft und authentisch vermittelt, wie wichtig ihm die Harmonie zwischen Mensch und Natur ist. In einem Monat wird Axel Burgheim wieder in Alaska sein. Dort, so hat er erzählt, wird er mit seinem Kanadier auf dem Yukon River in Richtung Pazifik paddeln, Lachse fangen und das Aufbrechen der Natur im Frühling genießen. Ich bin sicher, dass sich alle am BSBZ freuen, wenn er in den kommenden Jahren dann wieder in die Neue Aula kommt und uns von dieser faszinierenden Welt und Natur berichtet. Ein dickes Dankeschön gebührt an dieser Stelle dem Katholischen Schulwerk, das durch seine finanzielle Unterstützung solche besonderen Erlebnisse und Lernanlässe möglich macht.
Text: Markus Holzschuh Fotos: Günter Brutscher und Markus Holzschuh