Nachrichten und Berichte , 29.03.2018

Rom ohne Hitze und ohne Warteschlangen

Die Ankunft in Rom bot einen schönen Kontrast zum spätwinterlichen Biberach. Während es in Norditalien und der Toskana stark regnete, wurde es in der Nähe Roms immer sonniger. Vom Lateran aus wurde am Montag zunächst die Entwicklung der Baustile von der Spätantike bis zum späten Barock verfolgt. Die lebendige Tradition der Entwicklung des Christentums wurde so sichtbar gemacht. Im Gegensatz zu den Philosophien der alten Römer ist das katholische Christentum stärker an die Geschichte von bestimmten Menschen gebunden, von Märtyrern, Heiligen und päpstlichen Bauherren, deren Erinnerung in diesen Gebäuden lebt. Einen ruhigen Ausklang fand der erste Tag in einer gesungenen Vesper und einer Messe in der Kirche Santi Quattro Coronati. Am nächsten Tag führte der Weg über den Vierströmebrunnen (den es nicht nur auf der Piazza Navona gibt) und den Quirinalspalast zum Trevibrunnen und danach in den neu als Museum eröffneten Palazzo Altemps. Am Abend besichtigten die Schüler die gewaltigen Ruinen der Thermen des Kaisers Diokletian, heute ein Museum. Der Mittwoch begann mit der Besichtigung der Mosaikkunst in Santa Maria Maggiore und dem spätantiken Mosaik in Santa Prassede, das ganz aus der Nähe betrachtet werden kann und zeigt, wie die Mosaikleger den einzigartigen Schimmer byzantinischer Mosaike erzeugt haben. Es ging weiter mit der Erkundung des Gebiets um das Pantheon, der Jesuitenkirchen und der Piazza Navona. Die Spuren der Weltgeschichte von der heidnischen Antike, dem frühen Christentum, dem mittelalterlichen Streit zwischen Papst und Kaiser und schließlich der Auseinandersetzung in der Gegenreformation und dem damit einhergehenden Barock waren stets präsent. Den Abend verbrachten die Schüler an der Spanischen Treppe, wo trotz der frischen Witterung eine sehr römische Atmosphäre herrschte. Am Donnerstag wurde nach der Bewältigung der Folgen eines Streiks im öffentlichen Nahverkehr, wovon fast jede Romreise irgendwie betroffen ist, der Petersdom besichtigt. Dabei konnte ohne große Wartezeiten auch die Kuppel bestiegen werden. Das riesige Gebäude von St. Peter in allen Dimensionen zu Fuß zu durchmessen, beeindruckte sehr. Die Besichtigung des Kolosseums am letzten Tag bot einen ganz anderen Einblick in das alte Rom, den Massen der Stadt musste Unterhaltung geboten werden: „panem et circenses“ verlangte das Volk, von dem der Kaiser abhängig war, um nicht den Intrigen der nimmersatten Aristokratie zum Opfer zu fallen. Die Gruppe hat die enormen Fußmärsche und das große Kulturprogramm sehr lobenswert bewältigt!
Text und Fotos: Matthias Frey