Nachrichten und Berichte , 05.02.2019

Graue Tage, miese Laune - Wo sind denn die Farben hin? - Bunter Abend am BSBZ

Vergangenen Donnerstag (31.Januar 2019) fand in der Aula des Bischof-Sproll-Bildungszentrums der sogenannte 'bunte Abend' der Klassen 5-12 statt. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler aller Schularten führten die Zuschauer mit Film, Musik, Tanz und Theater durch das Programm. Zum Auftakt der Veranstaltung betraten zwei junge Musiktalente mit einer Konzertetüde von Alexander Goedicke die Bühne. Niklas Sontheimer an der Trompete und Julius von Lorentz am Klavier. Wider Erwarten des dunklen Winterabends klangen statt eines melancholisch verträumten Konzertstücks, fröhlich heitere Töne durch den Raum. Als Zuhörer musste man beinahe automatisch an Sonne und Sommer und der damit einhergehenden Leichtigkeit des Lebens denken. Was sicherlich auch verstärkt wurde durch das gekonnte, fast schon mühelos wirkende Spiel der beiden Musiker. Für die etwa 200 Zuhörer eine sehr gelungene Eröffnung des Abends. Als nächstes betrat Kommissar Zufall, Reiner Zufall (Mike Borchert) die Bühne. Oder besser gesagt fläzte gelangweilt auf dieser herum bis ein Telefonanruf ihn aus seiner Lethargie riss. Die Bäckerin Frau Metzger (Isabell Degraf) hatte zusammen mit der Wirtin (Selina Zell) seltsame Dinge aus ihrem Heimatdorf zu berichten. Beunruhigende Vorgänge, die der dringenden Ermittlung eines erfahrenen Kommissars bedürften. Aufgebracht schilderten sie dem Herrn Zufall, dass sich die Menschen in ihrem Dorf verändern würden. Verändern durch die Tatsache, dass bunte Wäschestücke von den Leinen gestohlen worden seien, buntes Kinderspielzeug entwendet worden wäre, jemand die Köpfe der Blumen abgeknickt hätte und überhaupt alles, das Farbe mit sich brächte, nach und nach auf mysteriöse Weise verschwinden würde. Man vermute, dass vielleicht zwei gelangweilte Jugendliche, die sich den Alltag zu gerne mit lustigen Späßen versüßen, für das Mysterium verantwortlich sein könnten: Nerv (Sophie Scherübl) und Säge (Niké Friedl). Am Abend würde sich das Dorf wegen der Angelegenheit im Wirtshaus treffen, der Herr Zufall solle doch dazu kommen. Wehmütig gedachte der Kommissar seines erhofften Abends auf dem Sofa vor dem Fernseher und machte sich auf ins besagte Dorf. Szenenwechsel. Vier grau gekleidete Mädchen, Leonie(Laura Tasch), Laura (Emma Mayer), Nerv und Säge, unterhielten sich über die Vorgänge im Dorf. Die Leute seien gereizt, als ob eine große Decke aus Trübsinn über ihnen hinge. Die Mädchen beschlossen, etwas dagegen zu tun, vorerst im Wirtshaus zu lauschen... Der Vorhang fiel. Im Wirtshaus erschienen die Bürgermeisterin (Jana Morlok), die Wirtin (Selina Zell), Herr Sommer (Fernando Capris), Frau Müller (Evelyn Haller) und Kommissar Zufall. Nerv und Säge lauschten versteckt. Die Geschehnisse im Dorf beruhigen alle Anwesenden, schnell wurde der Verdacht auf Nerv und Säge gelenkt, doch so recht konnte sich das keiner vorstellen. Es herrschte Ratlosigkeit unter den Gästen. Doch dann erinnerte sich jemand an den Waldschrat, der draußen vor dem Dorfe allein im Wald lebt, da er die Leute nicht mag. Alle waren sich einig, das ist ein Fall für Kommissar Zufall den Verdächtigen zu entlarven. Dieser gab sich zwar skeptisch, beschloss der Sache aber nachzugehen. Derweil brachen Nerv und Säge auf, den armen Waldschrat zu warnen. Fühlen sie sich ihm doch nahe im Club der zu Unrecht Verdächtigten. Sie packten Schokopudding ein, den mag Hubert (Hanna Mayer) nämlich besonders gerne. Am Ende behielt Kommissar Reiner Zufall Recht, dass weder der Waldschrat noch die spitzbübischen Mädchen für die Verursachung der farblosen Tristesse im Dorf verantwortlich waren. Dahinter steckte die Miese Gesellschaft, Miss Mean (Pauline Bleicher), Madame Malaise (Johanna Greiner), Miss Gelaunt (Alina Ott), Miss Gunst (Johanna Kasulke), Miss Verständnis (Charlotte Blumenthal), Griesgram (Lina Wieland) und Gräulich (Emilia Wahl) die im wahrsten Sinne des Wortes jegliche Farbe aus dem Leben der Dorfbewohner gesaugt hatten. Und was hilft letzten Endes um graue Tage, miese Stimmungen und düstere Gedanken zu vertreiben? Dem Zufall kam die rettende Idee: ein bunter Abend in Form einer fetten Party! Ausgedehnt wurde das bunte Treiben auf der Bühne durch den anschließenden Beitrag der TanzAG. Kunterbunte Jugendliche, die Fantastischen 16, beeindruckten schwer durch ihre Leichtigkeit in punkto Hebefiguren, ihren Spaß an der Bewegung und die Freude am choreographischen Miteinander. Quasi vergessen war der kalte Winterabend. Zum Schluss durften die Zuschauer mit Erlaubnis der 9. und 10. Klassen der Realschule einige Videos sehen, die im Rahmen zweier Musikprojekte entstanden sind. Klasse 9 hatte die Aufgabe, Videoclips für klassischer Musik zu produzieren, die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen sollten sich im Songwriting von Liedern mit Ukulelenbegleitung probieren. Diese Clips sind mit so viel Kreativität, Witz und Humor entstanden, dass zu hoffen bleibt, dass sie den Erschaffern auch noch nach Jahren immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubern werden. Als Fazit lässt sich festhalten, dass Tristesse oft hausgemacht ist, denn irgendwie lässt sich aus Zitronen immer köstlich süße Limonade herstellen, sei es indem man einfach mal alles Trübe loslässt, sich vom Sofa aufrafft und sich einen bunten Abend gönnt. Vielen Dank an all jene, die diesen Abend ermöglicht haben. Insbesondere allen direkt bzw. indirekt beteiligten Schülerinnen und Schüler, die sichtlich Spaß an ihrem Auftritt und Können in ihrer Performance gezeigt haben. Und den Leitern der künstlerischen Projekte: Christa Hiller, Stefanie Rambaum, Martin Kennel und Jörg Seethaler, die es geschafft haben, den Schülerinnen und Schülern eine richtige gute, produktive und unbeschwerte Seite ihrer Selbst zu entlocken.
Text und Fotos: Johanna Schmid