Nachrichten und Berichte , 06.02.2019

Demokratie in Baden Württemberg - live in Stuttgart

Die 10. Klassen der Realschule haben Ende Januar im Rahmen der VU Einheit „Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart“ die Landeshauptstadt Stuttgart besucht. Morgens führte der Weg ins Haus der Geschichte, in dem die jugendlichen Landeskinder die Zeitläufte des deutschen Südwestens an ausgewählten Objekten und Bildern verdeutlicht bekamen. Ausgehend von den napoleonischen Kriegen und Neuordnungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts endeten die Ausführungen in der Gründung des Bindestrichlandes Baden –Württemberg, welches unter erheblichen Geburtswehen 1952 das Licht der Welt erblickte. Nach einer kurzbemessenen Shopping- und Verpflegungspause von einer Stunde empfing Dr. Aaron Deppisch vom Besucherdienst des Landtags die angemeldeten Klassen. In einem kleineren Sitzungssaal des Landtages erklärte Dr. Deppisch in einem sehr anschaulichen Vortrag die Arbeitsweise des Parlaments, nicht ohne immer wieder Grundsätzliches über das demokratische System unseres Bundeslandes einzustreuen. Nach einer guten Dreiviertelstunde fanden sich die Schülerinnen und Schüler auf der Besucherempore des Plenarsaals ein, in den sich nach der Mittagspause die Abgeordneten zu einer Regierungsbefragung versammelten. Innenminister Thomas Strobel beantwortete dabei Fragen zum Breitbandausbau und diesbezügliche Zuständigkeits- und Finanzierungsfragen, eine für Jugendliche im ländlichen Raum Oberschwaben wohnend, durchaus interessante Frage. Zum Abschluss des Besucherprogramms stellten sich gleich drei Abgeordnete des Landtags den Fragen der Jugendlichen. Der Ummendorfer CDU Abgeordnete Thomas Dörflinger begrüßte, eingerahmt von seiner Kollegin Petra Krebs(Grüne /Wahlkreis Wangen) und Martin Rivoir (SPD /Wahlkreis Ulm), die beiden Klassen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde beantworteten die Politiker, durchaus kontrovers, Fragen zur öffentlichen Sicherheit, Dieselfahrverbot, Legalisierung von Cannabis in Kleinstmengen und dem Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Das Gespräch gestaltete sich dabei so interessant, dass die dafür eingeplante Dreiviertelstunde wie im Flug verging. Bemerkenswert dabei, dass sich viel beschäftigte Politiker an einem anstrengenden Plenartag Zeit nehmen, den jungen Menschen Rede und Antwort zu stehen und damit die vielbeschworene Demokratiefähigkeit zu fördern. Um 16.00 Uhr bestiegen die jungen Oberschwaben ihren Bus mit vielen interessanten Eindrücken einer lebendigen Demokratie und den Erkenntnissen über den nicht einfachen Weg zu dieser alternativlosen Staatsform.
Text und Fotos: Markus Holzschuh