Nachrichten und Berichte , 27.02.2019

Schillers „Räuber“ im Bischof-Sproll-Bildungszentrum

Die Klasse Gy 8a hat am 25. Februar eine selbst erarbeitete Fassung von Schillers „Die Räuber“ in der Neuen Aula des Bischof-Sproll-Bildungszentrums aufgeführt. Die Schwierigkeit bei der Lektüre des Textes besteht zunächst darin, dass der Text des ca. 20-jährigen Schiller nicht für eine Aufführung bestimmt war und vom noch unerfahrenen Autor sprachlich völlig überfrachtet wurde. Die Handlungen der Figuren sind dazu schwer nachvollziehbar und in der Denkweise des „Sturm und Drang“ voller Emotionen und unkontrollierter Affekte. Im Rahmen der im Marchtaler Plan vorgesehenen „Freien Studien“ wurde der Originaltext in Kleingruppen von den Schülern in eine angemessene Kürze gebracht und sprachlich vereinfacht. Hierbei machten die Schüler die Erfahrung, dass auch ein auf den ersten Blick sehr unzugänglicher und abschreckender Text grundsätzlich verstanden werden kann und Details vernachlässigt werden dürfen. Die Gruppen behielten hierbei völlige Freiheit, wie sie ihren Text gestalten wollten. Die Proben und die Regie für die einzelnen Szenen wurden ebenfalls von der Klasse selbst durchgeführt, was das Kooperationstalent und die Kompromissbereitschaft der Schüler sehr herausforderte. Der Lehrer hat in allen Phasen der Erarbeitung nur die Aufgabe, einen grundsätzlichen Ordnungsrahmen zu gewährleisten und Räume und Requisiten zugänglich zu machen. Ermöglicht werden solch zeitaufwändige Aktionen durch die hohe Stundenzahl, die dem Klassenlehrer in der Mittelstufe zur Verfügung stehen. Die Aufführung selbst verlief vor ca. 60 Besuchern reibungslos. Die stets textsicheren Schauspieler stellten die Charaktere sehr intensiv dar: Der alte Graf Moor wurde von Lena Mohr gespielt, der hinterhältige Franz von Julius Rath, die für den Sturm und Drang exemplarische Figur des Karl wurde von Sarah Neher gespielt und seine emotional aufgewühlte Geliebte Amalia wurde von Hanna Kramer dargestellt. Auch die weiteren Rollen wie das Hauspersonal der gräflichen Familie oder die Gegenwelt der Räuber und der Pastor fanden sehr überzeugende Darsteller. Als Fazit bleibt, dass eine Klasse durch gemeinschaftliches Handeln und gegenseitige Zuverlässigkeit auch schwierig scheinende Aufgaben mit Gewinn und Freude meistern kann und dass nicht nur die im Vordergrund stehenden Figuren wichtig sind, sondern auch die unsichtbar Mitwirkenden.
Text: Matthias Frey Fotos: Günter Brutscher