Nachrichten und Berichte , 18.03.2019

Realschüler des BSBZs besuchen Jakob Bräckle in seinem Atelier

Die zehnten Klassen der Realschule haben im Rahmen des Kunstunterrichts die Bräckle-Austellung des Museums Biberach besucht. In 1 ½ Stunden erfuhren die Jugendlichen eine Menge über den oberschwäbischen „Kulturlandschaftsmaler“ Jakob Bräckle, der im vergangenen Jahrhundert in Winterreute zum bildmächtigen Chronisten seiner bäuerlich geprägten Heimat wurde. Die beiden Museumspädagogen Stefanie Kloos und Konrad Kopf erläuterten und erarbeiteten in zwei überschaubaren Schülergruppen die künstlerische Entwicklung des in Stuttgart akademisch gebildeten Malers. Durch biographische Daten und Hintergründe entstand so ein plausibler künstlerischer Werdegang, der die verschiedenen Entwicklungen, z. B vom Gegenständlichen zum Abstrakten, verdeutlichten. Besonders spannend und klar stand dies im, im Urzustand erhaltenen, Atelier vor Augen. Ein Atelier, das dem Künstler nicht nur als Rückzugsraum und Arbeitsstätte diente, sondern, wie heute noch an einigen Spuren zu erkennen, auch als Flüchtlingsunterkunft. Die Familie Bräckle hatte nach dem 2. Weltkrieg das Atelier zu einer Wohnstätte für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. In diesem Raum rückt auch der religiöse Sucher Jakob Bräckle ins Sichtfeld der Schüler, indem zahlreiche christliche Bildmotive auf das spirituelle Fragen des Künstlers verweisen. Die Kombination von aktueller Ausstellung und dem Atelier in der Dauerausstellung ist ein Glücksfall um dem Schaffen und dem Menschen Bräckle näher zu kommen. Durch die verständliche und anschauliche Präsentation gepaart mit einem fragend entwickelnden Vorgehen in der Arbeit mit den Jugendlichen, dürfte der Name und das Schaffen Jakob Bräckles für die Zukunft unauslöschlich in den Gehirnen der jungen Oberschwaben eingebrannt sein. Ein Dankeschön an das engagierte Museumsteam und die Stadt Biberach, die solche Museumserlebnisse ihren jungen Bürgern gratis ermöglicht.
Text und Fotos: Markus Holzschuh